Happy Onam, Happy Birthday
Jetzt hab ich gestern doch glatt vergessen, mir in meinem Blog selbst zum Geburtstag zu gratulieren. Sei hiermit geschehen, herzlichen Glueckwunsch Tobias!
Der Zufall war gnaedig mit mir und so hat er dafuer gesorgt, dass das zehntaegige Onamfestival, das wichtigste Fest in Kerala (ein jahrhunderte alter Koenig kommt aus der Unterwelt vorbei und checkt ab, was heutzutage in Kerala so abgeht und das wird gefeiert), zwar nicht am 23. August beginnt, aber so wie die Weihnachtsfeiern vom Schorlefreunde Kurpfalz e.V. (hier habe ich vom Herrn Haefner geklaut, der leider im Gegensatz zum Herrn Feger noch keinen Blog hat) in Deutschland ja auch nicht am 24. Dezember, sondern irgendwo davor in der schlimmsten, vornehmlich als Vorweihnachtszeit bezeichneten, Zeit des Jahres stattfinden, genau so wird eben auch hier im Krankenhaus schonmal vorgefeiert. Ist auch sinnvoll, denn ueber die Feiertage ist mit vermehrten Road Traffic Accidents zu rechnen und so erwarte ich geschaeftiges Treiben in der Notaufnahme.
Die Feier selbst besteht aus Competitions, jede Gruppe von Beschaeftigten, Nurses, Doctors, Securities, Administration, Medical Students, College of Pharmacy, Dentistry, College of Nursing, alle machen sie bei allem irgendwie mit und am Ende gibts Punkte dafuer. Die Disziplinen reichen vom Blumenarrangement ueber das Raeucherstaebchenazuenden, an Seilen haengende Toepfe mit verbundenen Augen und Bambusstaeben zerschlagen (und dabei andere Leute versehentlich krankenhausreif pruegeln), Tauziehen, Sackhuepfen und Tanzen bis hin zum indischen Karaoke. Mittags speist Jesus die Massen und alle kriegen Reis und Curry satt, in einer oktoberfestzeltgrossen semistabilen Blechhuette mit viel zu lauter Musik und viel zu viel Menschen pro Quadratmeter. Gegessen wird hastig, weil drei weitere Kohorten an Menschen darauf warten, an die Reihe zu kommen, aber danach is man auch gemaestet fuer die naechsten zwei Wochen.
Abends wurde ich dann von einem Chirurgen zum Doeneressen in die Stadt eingeladen und durfte feststellen, dass man den hier doch mit etwas mehr Knoblauchsauce als das wohl bei uns ueblich sein mag, veredelt, und als ich dann nachts von der Notaufnahme, in der bis auf einen Alkoholiker mit Haematemesis und reichlich betrunkenen Male Nurses nichts zu sehen war, in mein Hostel ging, traf ich auf mindestens genauso beduedelte Kardiologen auf dem Gang, die mir dann dankenswerter Weise noch ein Glas Whisky spendierten. Warum das wiederum erwaehnenswert ist, liegt in der Natur der Sache respektive Keralas. Alkohol ist sozial verpoent, die Feierein sind rein antialkoholisch, zum essen gibts weder Bier noch Wein, nirgendswo, aber trotzdem sind alle betrunken. Insgesamt kann man sagen, dass, durch alle Altersgruppen in gewisser Weise Landschulheimmentalitaet herrscht: Jungs und Maedchen schlafen in getrennten Haeusern und duerfen das jeweils andere Haus nicht betreten, zum Topfschlagen treffen sich alle im Hof, bei jeder Gelegenheit haelt der Principal eine Moralpredigt, die alle langweilig finden und besoffen wird sich heimlich aber hemmungslos auf dem Zimmer und das aus praktischen Gruenden mit hochprozentigem Fusel. Das verursacht meiner Ansicht nach mehr Probleme als der Liberalismus, der uns Europaer in gewisser Weise permanent geisselt, aber es ist nicht meine Aufgabe, darueber zu urteilen. Die Lehrmethoden und -strukturen betrachtend, habe ich allerdings doch das eine oder andere Mal ueberlegt, eine 68er-Gedaechtniskerze anzuzuenden.
Der Zufall war gnaedig mit mir und so hat er dafuer gesorgt, dass das zehntaegige Onamfestival, das wichtigste Fest in Kerala (ein jahrhunderte alter Koenig kommt aus der Unterwelt vorbei und checkt ab, was heutzutage in Kerala so abgeht und das wird gefeiert), zwar nicht am 23. August beginnt, aber so wie die Weihnachtsfeiern vom Schorlefreunde Kurpfalz e.V. (hier habe ich vom Herrn Haefner geklaut, der leider im Gegensatz zum Herrn Feger noch keinen Blog hat) in Deutschland ja auch nicht am 24. Dezember, sondern irgendwo davor in der schlimmsten, vornehmlich als Vorweihnachtszeit bezeichneten, Zeit des Jahres stattfinden, genau so wird eben auch hier im Krankenhaus schonmal vorgefeiert. Ist auch sinnvoll, denn ueber die Feiertage ist mit vermehrten Road Traffic Accidents zu rechnen und so erwarte ich geschaeftiges Treiben in der Notaufnahme.
Die Feier selbst besteht aus Competitions, jede Gruppe von Beschaeftigten, Nurses, Doctors, Securities, Administration, Medical Students, College of Pharmacy, Dentistry, College of Nursing, alle machen sie bei allem irgendwie mit und am Ende gibts Punkte dafuer. Die Disziplinen reichen vom Blumenarrangement ueber das Raeucherstaebchenazuenden, an Seilen haengende Toepfe mit verbundenen Augen und Bambusstaeben zerschlagen (und dabei andere Leute versehentlich krankenhausreif pruegeln), Tauziehen, Sackhuepfen und Tanzen bis hin zum indischen Karaoke. Mittags speist Jesus die Massen und alle kriegen Reis und Curry satt, in einer oktoberfestzeltgrossen semistabilen Blechhuette mit viel zu lauter Musik und viel zu viel Menschen pro Quadratmeter. Gegessen wird hastig, weil drei weitere Kohorten an Menschen darauf warten, an die Reihe zu kommen, aber danach is man auch gemaestet fuer die naechsten zwei Wochen.
Abends wurde ich dann von einem Chirurgen zum Doeneressen in die Stadt eingeladen und durfte feststellen, dass man den hier doch mit etwas mehr Knoblauchsauce als das wohl bei uns ueblich sein mag, veredelt, und als ich dann nachts von der Notaufnahme, in der bis auf einen Alkoholiker mit Haematemesis und reichlich betrunkenen Male Nurses nichts zu sehen war, in mein Hostel ging, traf ich auf mindestens genauso beduedelte Kardiologen auf dem Gang, die mir dann dankenswerter Weise noch ein Glas Whisky spendierten. Warum das wiederum erwaehnenswert ist, liegt in der Natur der Sache respektive Keralas. Alkohol ist sozial verpoent, die Feierein sind rein antialkoholisch, zum essen gibts weder Bier noch Wein, nirgendswo, aber trotzdem sind alle betrunken. Insgesamt kann man sagen, dass, durch alle Altersgruppen in gewisser Weise Landschulheimmentalitaet herrscht: Jungs und Maedchen schlafen in getrennten Haeusern und duerfen das jeweils andere Haus nicht betreten, zum Topfschlagen treffen sich alle im Hof, bei jeder Gelegenheit haelt der Principal eine Moralpredigt, die alle langweilig finden und besoffen wird sich heimlich aber hemmungslos auf dem Zimmer und das aus praktischen Gruenden mit hochprozentigem Fusel. Das verursacht meiner Ansicht nach mehr Probleme als der Liberalismus, der uns Europaer in gewisser Weise permanent geisselt, aber es ist nicht meine Aufgabe, darueber zu urteilen. Die Lehrmethoden und -strukturen betrachtend, habe ich allerdings doch das eine oder andere Mal ueberlegt, eine 68er-Gedaechtniskerze anzuzuenden.
georgy_buechner - 24. Aug, 10:50
