Neurofibromatose.

georgy_buechner - 14. Aug, 11:45
...findet der Chefarzt der Chirurgie. Italien und Amsterdam, diese beiden "Laender" hat er in Europa besucht. Und Amsterdam, so erklaerte er den Studenten, ist eben wie Kerala, weil ueberall Wasser ist. Mein Argument, dass es da aber keine Palmen gibt, hat er gelten lassen. Nur dass mir die amsterdamer Strassen als sehr sauber, die Haeuser als sehr alt aber wohl gepflegt, die gesamte Stadt als ausserordentlich verkehrsberuhigt und klimatischen Bedinungen als, euphemistisch gesprochen, "gemaessigt" in Erinnerung geblieben sind, das habe ich natuerlich nicht gesagt, sondern einfach mit einem Kopfschuetteln bejaht: Amsterdam is like Kerala. Ob wiederum Tamil Nadu (Nachbarstaat) ebenfalls so viel von Amsterdam hat, wie Kerala, das wiederum wird mir wohl nur meine Kontaktperson in diesem Teil Indiens, die ich vor drei Wochen kennenlernen durfte, beantworten koennen: Isa. Aus Amsterdam. An dieser Stelle viele Gruesse!
georgy_buechner - 14. Aug, 11:27
Interessant:
Nach jeder Frage, sagen die Professoren: "heard of?" und wollen so wissen, ob man von dieser oder jener Krankheit Ahnung hat. Das fragen sie auch mal zwischenrein waehrend sie dann die Sache erklaeren.
Wenn die Aerzte dann auf Malayalam die Patienten ueber eine Prozedur aufklaeren, sagen sie am Ende auch "heard of?" - hab ich am Anfang gedacht... Mittlerweile bin ich aufgeklaert: die Aerzte sagen "Kerdo?", was genauso klingt wie "Heard of" im indisch-englisch. Und was heisst "Kerdo?" - Nun, in diesem Zusammenhang: "hast du verstanden?". Wahrscheinlich fragen sie deshalb auch "Heard of?", wenn sie einem auf englisch was erklaert haben und wissen wollen, ob man's jetzt geschnallt hat.
Was haelste davon, Michael, du, der du ohnehin der einzige bist, der diesen Blog liest?
georgy_buechner - 13. Aug, 16:02
Gestern einen Priester als Patient gehabt, der deutsch sprach, weil er ein halbes Jahr in Koeln am missionieren war. Er habe Koeln besucht, Mannheim, Muenchen, Stuttgart. Auf den Hinweis, dass meine Schwester in Tuebingen Theologie studiere, sagte er doch tatsaechlich: oh ja, da war ich auch fuer ein paar Wochen, aber ich bin geworden - wie sagt man - psychally depressed. The sun is never shining there. Alles Nebel...
Der indische Priester muss es wissen, Lena!
georgy_buechner - 9. Aug, 13:00
Wenn man die Ratten zaehlt, die einem auf dem Gelaende des Medical Colleges vor den Fuessen rumhuschen und deren Anzahl mit den Hasen im KliMa vergleicht, wenn man sich die farbliche Gestaltung der Gaenge hier im Krankenhaus ansieht, wenn man die eine oder andere Geraetschaft betrachtet und wenn man die Struktur der Kantinen- und Restaurantlandschaft vergleicht, dann muss man doch fast meinen, die Backwaters hinter dem Pushpagiri MC seien das Theodor-Kutzer-Ufer...
georgy_buechner - 9. Aug, 12:56
Und dass hier die Aerzte, Studenten, Schwestern, alle alten Frauen "Omachy" und alle alten Maenner "Opatcha" nennen, darueber muesste in Deutschland wohl im Med.Psych. Seminar haeftigst disuktiert werden...
georgy_buechner - 9. Aug, 12:53
Mit Abstand das hauefigste, was ich hier zu Gesicht bekomme, desinfizieren und wieder verkleben darf, ist der gute alte Ulcus cruris. In der Regel in ausgepraegter Form. An zweiter Stelle kommen dann die amputierten Zehen. Irgendjemand meinte doch zu mir, 30% der Inder habe einen Diabetes mellitus Typ II. Wenn dem so waere, na dann holla die Waldfee!
foto_risiken_cvi3 (jpg, 10 KB)
georgy_buechner - 8. Aug, 16:27
So, kaum in Kerala, schon in die erste Endemie geschlittert. Und auch ohne - bislang - selbst betroffen zu sein, ist es nicht ganz unerheblich, mich ueber diese zu informieren, denn taeglich (naja gaz so taeglich nicht, heute haben die Busfahrer gestreikt und da waren weder viele Patienten noch Aerzte da) stolpern hier Patienten mit Fieber, Gelenkschmerzen und auch mal nem zuenftigen Abszess in die Ambulanz. Was sie haben? Chicken Guinea (nicht zu verwechseln mit Chilli Chicken, Chicken Curry, Chicken Biriyani...), wie der Inder es schreibt. Aber Wikipedia weiss das natuerlich besser, wen's interessiert der lese nach:
http://en.wikipedia.org/wiki/Chikungunya
"Was moach ma?" Symptomatisch behandeln. Bei Fieber PCM, wenns in den Gelenken schmerzt gibts Diclofenac und falls es auch einen Abszess hat wie mein schweizer Pathoprofessor in Hamburg formulieren wuerde, dann schneiden ma halt rein. Und da Selbstschutz bekanntlich auch ganz wichtig ist, heisst die Message "safer sleep", ab unters Moskitonetz. Davon habe ich mittlerweile ein ganz passables dank hollaendischer Kontakte...
georgy_buechner - 8. Aug, 16:21
Hereinspaziert.
Der Teubner hat sich einmal mehr von einer unsaeglichen Ausgeburt des Internets ueberzeugen lassen und, hier gleich mit dem ersten Schillerzitat beginnend, dass auswendig getippt womoeglich etwas holpern mag,
"weit bessre Maenner tun's dem Tell nicht gleich / es gibt kein zweiten wie der's ist im Gebirge."
findet sich in den ersten Zeilen des jungfraelichen Blogs auch die Anspielung, wessen heilige Seiten mich wohl angespornt haben koennten, eben solche selbst zu verfassen. Und wie der findigen Interpretator herausgefunden haben mag, soll eben dieses Schillerzitat davon zeugen, dass sich mein Blog nur im Schatten des Irrgartens bewegen kann.
Verstaendlich, denn zwoeinhalb Monate "The India", wie man in Hyderabad, sozusagen im Herzen des Landes und im zumindest vom Lonely Planet als ueberfluessigen Staat abgekanzelten Andrha Pradesh gelegen, in dem ich demzufolge auch nur diese eine Stadt besucht habe und das vor Wochen, zu sagen pflegt (man bedient sich des Artikels vor dem Namen des eigenen Landes bei jeder Gelegenheit, waehrend andererseits niemand "the Germany" oder "the Saudi-Arabia" sagt), zwoeinhalb Monate "the India" also, sind eben noch nicht einmal ein Vierteljahr und somit eine Zeitspanne, in der es den meisten Menschen doch recht schwer fallen duerfte, mich so ausgepraegt zu vermissen, dass sie eigentlich, Traenen der Einsamkeit, von der immerwaehrenden Stille, die die Abwesenheit meiner Wenigkeit fuer gewoehnlich mit sich bringt, umgeben, vor dem Computer vergiessend, nur auf diesen Blog gewartet haben.
Fuer alle, die meinen Stil schon seit der Schule gut finden und bereits jetzt ein "es lebe der Schachtelsatz" ausgerufen haben, sei aber versichert: ich werde mir Muehe geben...
Nur soviel zum Schluss, um den Blog einmal mehr seiner Unsinnigkeit zu bezichtigen: Es sind ja nun immerhin schon ein Monat vergangen, seit ich in Mumbai gelandet bin und jetzt noch damit anzufangen, macht eigentlich nur Sinn, weil ich ab sofort erst einmal sechs Wochen sesshaft sein werde. Ich wohne ab heute im Junior Doctors Hostel. Auf dem Campus des Pushpagiri Medical College. Drei Minuten Walking Distance vom O.P. (nicht "Operationssaal", der heisst, trara: O.T. - Operation Theatre" - na, klingelt's?!, sondern O.P. - Out Patient Clinic - sprich, in meinem Falle, chirurgische Ambulanz). Fuer 1000 Rs pro Monat. Das sind 17 EURO. Dafuer duscht man auch mal kalt.
Sagschn Gruss daheim.
Mr. Tobias
georgy_buechner - 6. Aug, 15:51